1. Kreislaufwirtschaft: Abrissverbot – Sanieren statt neu bauen?
In der ersten Diskussionsrunde wurde viel über die Fragestellung debattiert, was Bauherr*innen dazu veranlassen sollte, zu sanieren, statt neu zu bauen, da dies ja mit mehr Einschränkungen einhergehe. Grundsätzlich wären die Teilnehmer*innen auch bereit, auf bestimmte Freiheiten zu verzichten, wenn es sich beispielsweise auch finanziell bemerkbar macht. Rein aus Idealismus würde eine Sanierung nicht zwingend bevorzugt werden, da ein Hausbau oder eine Sanierung einen sehr großen Lebensschritt darstellen, den man in der Regel nur einmal vollzieht. Weiters wurde von den Diskutierenden, die mehrheitlich nicht aus dem Baugewerbe kommen, viele Rückfragen zu den Potentialen von Sanierungen gestellt, wobei sich eine große Unsicherheit und Unwissen zur Gebäudesanierung zeigte. Die Teilnehmenden äußerten die Meinung, dass eine bessere Information über die Möglichkeiten von Sanierungen die Angst vor Sanierungen nehmen könnte und auch sie sich nun (theoretisch) eher vorstellen könnten, ein Gebäude zu sanieren. Eine weitere behandelte Fragestellung betraf die Herausforderung, wie Kriterien für einen Bestandserhalt, bzw. ein Abrissverbot, formuliert werden könnten.
Es wurde in der zweiten Gruppe die Vermutung geäußert, dass Neubau generell günstiger sei als eine Sanierung; dem wurde vonseiten der Leads entgegnet, dass allgemeine Aussagen zu Kosten generell schwer sind, sich eine Sanierung in den meisten Fällen aber als kostengünstiger herausstellt, insbesondere wenn man nicht nur die Investitionskosten betrachtet, sondern allgemeine (v.a. ökologische) Folgekosten. Diese Annahme verstärkt den Eindruck, dass Sanierungen in der Allgemeinheit in vielen Aspekten negativ konnotiert sind.
Ein erheblicher Anteil der teilnehmenden jungen Menschen fand den Neubau nicht grundsätzlich „ästhetischer“, sondern sogar übliche Altbauten gefälliger und weniger „beliebig“. Weiters wurde von einem Schüler, der in einem Neubau wohnt, von einer massiven sommerlichen Überhitzung berichtet, was zeigt, dass die Behaglichkeit in einem Neubau nicht zwingend höher ist als in einem älteren Gebäude.
Als wahrgenommener Nachteil von Altbauten wurde insbesondere eine unzeitgemäße Ausstattung, z.B. mit Steckdosen oder einer mechanischen Lüftungsanlage, genannt, welche im Zuge einer Sanierung aufwendig adaptiert werden müssen, während diese Ansprüche im Neubau einfach berücksichtigt werden können.
Ein Abrissmoratorium wurde von den eher älteren Teilnehmenden als idealistisch, aber unrealistisch eingeschätzt, von einem der jüngeren Teilnehmer wurde eine große Zustimmung geäußert.

























